Trotz Corona beschlossen mein Freund und ich dieses Jahr für 12 Tage nach Frankreich zu fahren. Dort wollten wir gemeinsam mit den Hunden ein wenig Kraft tanken und die Natur erkunden. Nachdem wir mit unserer Planung dieses Jahr recht spät dran waren und wir den Urlaub sehr kurzfristig gebucht haben, waren wir mit den Zielen recht flexibel. Geplant war nun: Lyon, Melve in Haut Provence sowie Cannes und ein Zwischenstopp in Mailand auf dem Heimweg.

Mit dem Blogbeitrag möchte ich euch von unseren Erlebnissen und Erfahrungen mit Hund berichten, damit auch ihr ein solch schönen Urlaub mit Hund in Frankreich verbringen könnt.

Einreisebestimmungen für Hunde nach Frankreich

Frankreich zählt als eines der hundefreundlichsten Ländern in Europa, denn auch die Franzosen halten sehr gerne ein oder mehrere Hunde als Haustier. Seit 1979 gibt es in Frankreich keine Hundesteuer mehr. Auf unserer Reise entdeckten wir selten Verbotsschilder und falls doch, werden diese oftmals von Hundehaltern erfolgreich ignoriert.

  • Ihr benötigt den blauen EU-Heimtierausweis für die Einreise mit Hund. Aufgrund der offenen Grenzen wird hier aber nicht kontrolliert. Campingplätze oder auch Hotels verlangen oftmals die Ausweise der Hunde. 
  • Euer Hund muss mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein und dieser muss im Heimtierausweis eingetragen sein. 
  • Es dürfen nur Hunde mit einer gültigen Tollwutimpfung nach Frankreich einreisen. Die Erstimpfung muss mindestens 21 Tage vor der Einreise gemacht werden. Da ist im Grunde vor allem mit der Einreise eines Welpens unbedingt zu beachten. 
  • Parasitenabwehr ist vor allem für die Mittelmeerregion empfohlen, da hier über Würmer und Stechmücken gerne Babesiose, Leishmaniose und Herzwurmerkrankungen übertragen werden können. Hier solltet ihr vorher mit eurem Tierarzt sprechen. Nisha und Charlie trugen ihr Seresto Halsband, wie zuhause auch. 
  • Weitere wichtige Utensilien für einen entspannten Urlaub mit Hund, findet ihr auch in meinem Blogbeitrag Reiseplanung mit Hund.

Einreisebestimmungen für sogenannte „Kampfhunde“

Habt ihr einen sogenannten „Kampfhund“, solltet ihr euch vorher über die Anlagehunde in Frankreich informieren. Frankreich teilt einige Hunde in Kategorie 1 ein, welche nicht nach Frankreich einreisen dürfen. Es handelt sich hier auch um eine Straftat und der Hund darf eingezogen und sogar getötet werden. Kategorie 2 Hunde, wo bspw. auch der Rottweiler drunter fällt, dürfen einreisen. Allerdings muss hier ein Abstammungsnachweis mitgeführt werden, sowie haben diese Hunde Leinen- als auch Maulkorbzwang. Erkundigt euch vorher bei der Landwirtschaftsabteilung der Französischen Botschaft, ob euer Hund in einer dieser Kategorien fällt. Vor allem bei Mischlingen, wollen sie oftmals ein Foto sehen und entscheiden dann. 

Anreise mit Hund nach Frankreich

Wir fuhren morgens um sechs Uhr von Heroldsberg aus los, um noch die kühlen Stunden zu nutzen. An diesem Tag hatten wir Glück da es weder in Deutschland noch in Frankreich übermäßig heiß werden sollte. Wir fuhren an einem Sonntag und nutzen das LKW Fahrverbot auf den deutschen Autobahnen. Im Grunde hat es von Heroldsberg nach Lyon eine Fahrtzeit von sieben Stunden, wenn mein Freund nicht vergessen hätte, die Option „Mautstraßen vermeiden“ auszuschalten. Somit tuckerten wir ab der französischen Grenze für 5 Stunden anstatt 2,5 über kleine französische Dörfer nach Lyon. Es bot uns einen schönen Einblick in die französische Landschaft und wir konnten zwischendurch mit den Hunden einen schönen gemütlichen Gassigang unternehmen. Nisha als auch Charlie ertrugen die lange Fahrt sehr gut und entspannt. 

Lyon mit Hund

Wir verbrachten zwei Nächte in Lyon. Wir buchten uns über Booking.com ein Apartment im Haus Quadraverde. Es liegt circa 5km von Stadtmitte entfernt. Ein Park befindet sich direkt um die Ecke – perfekt für den kurzen Pippigang. Wenige Tage vor unserer Ankunft bekam ich eine Code zugeschickt, mit dem wir problemlos in unser Apartment kamen. Dies ermöglichte uns ein problemloses Ein- und Auschecken. Das Apartment war nicht recht groß, aber für uns und die Hunde völlig ausreichend. Ein schönes Badezimmer, eine kleine Küchenzeile sowie ein Doppelbett. Für die Hunde wurden keine zusätzlichen Gebühren fällig.

Parc de la Tête d’Or mit Hund

Der Parc de la Tête d’Or war für uns das absolute Highlight in Lyon. Der Park liegt ziemlich zentral und ist gut mit Bus oder auch mit dem Auto zu erreichen. Die Parkplätze in Lyon sind im kompletten August anscheinend gebührenfrei, was uns sehr entgegen kam. Wir selbst hatten keine große Erwartungen an den Park und wollten da mal kurz vorbei schauen, damit die Hunde ihr Geschäft verrichten können. Aus dem kurz vorbei schauen wurde ein 4 stündiger Trip durch den Park. Der Park ist sehr schön angelegt, breite Wege, einen Botanischen Garten, einen großen See und das Highlight – einen Zoo! Es wurde zu dem Zeitpunkt zwar einiges in dem Park umgebaut, aber wir sahen: Giraffen, Zebras, Antilopen, Wasserbüffel, Pelikane, Schildkröten, Löwen, Affen und Rotwild. Charlie und Nisha nahmen es ziemlich gelassen und hatten viel zu schnüffeln.

Es war auch nicht viel Andrang an dem Tag und wir konnten die Eindrücke in Ruhe auf uns wirken lassen. In dem Park gibt es auch noch zwei kleine Hundeparks, einer davon mit einem Miniparcours für Hunde. Hier durften Charlie und Nisha von der Leine und eine kurze Zeit umher düsen. Auch hier in dem Hundepark war nicht viel los. Am Ufer des Sees hatte Charlie auch die Gelegenheit mal kurz schwimmen zu gehen.

Im Parc de la Tête d’Or gibt es auch einige kleine Biergärten. Hier aßen wir im Buvette de l’Observatoire. Die Bedienung war sehr freundlich, sprach Englisch und wir bekamen auch eine englische Speisekarte. Der Salat als auch die Käseplatte wurden schnell zubereitet und waren köstlich. Ich kann es nur empfehlen. 

Anschließend brachten wir die Hunde zurück ins Apartment. Sie waren von den ganzen Eindrücken ziemlich müde. Jörg und ich nahmen dann die Fahrräder und fuhren alleine in Richtung Altstadt. Die Altstadt war sehr gut besucht sowie die Basilique Notre Dame de Fourviere. Aufgrund der doch vielen Menschen sowie des Wetters war es eine gute Entscheidung ohne Hunde zu gehen.

Promenade an der Rhöne mit Hund

Am Abend nahmen wir die Hunde und fuhren mit Ihnen an die Rhöne. An der Promenade war hier einiges los. Die Menschen sitzen auf den großen Treppenstufen oder auf der Wiese und tranken mit anderen einen Feierabend Drink. Entlang der Promenade befinden sich verschiedene kleine Restaurants und Bars. Auch hier war es mit den Hunden kein Problem, einen Platz zu bekommen. Charlie und Nisha lagen unterm Tisch, während wir den lauen Sommerabend an der Rhöne genossen. 

Fazit Lyon mit Hund

Wir hatten keine großen Erwartungen an Lyon. Aus dem Grund waren wir sehr überrascht, wie freundlich die Menschen hier waren. Mit Charlie und Nisha hatten wir in der Zeit nirgends Probleme. Sie durften überall mit hinein und wir hatten nie den Eindruck, dass sich Leute von ihnen belästigt fühlen. Ich persönlich würde Lyon jederzeit wieder mit Hund besuchen. Auch ein Apartment oder Hotelzimmer mit Hund zu buchen, war kein großer Akt. Was ich vorab auch schon mal sagen kann – wir bezahlten in keiner der Unterkünfte für die Hunde extra. Sie waren immer im Preis inbegriffen. 

Hier geht es weiter für Tipps und Ausflüge mit Hund in der Haut-Provence.

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